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de:employment

Schätzung der Beschäftigung der Energiewende

Dieser Indikator schätzt die zusätzlichen Arbeitsplätze (in Vollzeitäquivalenten) pro Sektor, die aus der Energiewende hervorgehen. Die Berechnung unterscheidet zwischen direkten Arbeitsplätzen (die mit Änderungen zusammenhängen, die eine gegebene wirtschaftliche Aktivität beeinflussen) von indirekten Arbeitsplätzen (die sich aus den wirtschaftlichen Strukturänderungen ergeben). Die Resultate sind in den folgenden Kategorien zusammengefasst:

  • Öffentliches Transportwesen
  • Gütertransport
  • Automobilhandel und -reparatur
  • Wasserkraft
  • Kerntechnik
  • Fotovoltaische Solarenergie
  • Windkraftanlagen
  • Andere erneuerbare Energien
  • Fossilenergie-Industrie
  • Elektrizitätshandel und -verteilung
  • Bauwesen & Heizung
  • Industrieverfahren
  • Indirekte Arbeitsplätze

Die Energiewende hat zwei Hauptzielsetzungen: Verbessern der Energieeffizienz in allen Sektoren (Transport, Bauwesen, Industrie, Haushaltsgeräte), um den Verbrauch fossiler Energien zu verringern und damit die CO2-Emissionen, und den Anteil an erneuerbaren Energiequellen in dem Energiemix auszubauen. Um die Auswirkungen im Bereich der Arbeitsplätze zu schätzen, wird ein Methodologieansatz „top-down“, der „Eingangs-/Ausgangs“-Tabellen (IOTs) herangezogen, mit Arbeitsplatzstatistiken und mit einer „bottom-up“-Validierung der Anzahl von Arbeitsplätzen spezifischer Sektoren kombiniert.

Die Eingangs-/Ausgangsanalysen nehmen eine konstante wirtschaftliche Struktur in der Form feststehender Transaktionskoeffizienten zwischen den unterschiedlichen wirtschaftlichen Aktivitäten an. Um diese Struktur an zukünftige Szenarien anzupassen, wurden nach Aktivität Schwankungen des Wirtschaftswachstums und der Arbeitsproduktivität angewandt, und spezifische Änderungen wurden für die Aktivitäten ausgeführt, wie folgt:

AktivitätenBerücksichtigte ParameterReferenzeinheit
Transportwesen Transporttyp (öffentlich/privat, Bahn/Straße, Fahrzeugtyp, Effizienz), zurückgelegte Entfernung, Bevölkerung Fahrgäste km
Güterverkehr Bahn/Straße, Volumen, zurückgelegte Entfernung Tonne km
Verkauf und Wartung von Fahrzeugen Fahrzeug/Transporttyp, zurückgelegte Entfernung Äquivalent km
Energieverbrauch Energie (Elektrizität, Heizung), Energievektoren GWh
Gebäude & Energieeffizienz Energiereferenzfläche, Renovierungsrate m2 renovierte Fläche
Industrieprozesse Mit / ohne proaktiver Optimierung Gesparte GWh
Energieproduktion Produktionstechnologie, Energievektoren GWh
Wirtschaftswachstum BIP, Wachstumsrate % Wachstum pro Jahr

Die Energieeffizienz wird bei der Berechnung auf zwei Arten berücksichtigt: als Teil des abschliessenden Verbrauchs (an Energie) und als Teil des Baus und der verarbeitenden Industrie. Die Arbeitsplatzerhöhung im Bereich der Consulting Dienstleistungen und Renovierung wird an die IOTs durch eine Erhöhung der Nachfrage nach entsprechenden Aktivitäten und eine Verringerung des globalen Verbrauchs angepasst. Die Gleichung der grundlegenden „Eingänge-/Ausgänge“-Analysegleichung wird gegeben durch die Gl. (1):

wobei X der Gesamtausgangsvektor, I die Identitätsmatrix, A die Transaktionskoeffizientmatrix und Y die abschließende Nachfrage in dem Referenzjahr (2011) und in dem Zieljahr (2050) ist. AF ist der Vektor der Arbeitsplatzfaktoren, die aus der aktuellen Anzahl von Vollzeitäquivalenten (VZA) pro Aktivität auf dem Mehrwert (MW) für die gegebene Aktivität j , wie in Gl. (2) definiert, abgeleitet werden können (2):

wobei p die jährliche Produktivitätserhöhung in Prozentsatz und n die Anzahl von Jahren (das heißt von 2011 bis 2050) ist. Die Daten von VZA und MW werden jährlich vom Bundesamts für Statistik (BFS) editiert. Die Produktivitätsdaten p stammen vom Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO).

In den „Eingänge-/Ausgänge“-Analysen werden die direkten Arbeitsplätze als alle unmittelbar mit einer gegebenen Produktion innerhalb einer Aktivität verbundenen Arbeitsplätze betrachtet. Zur Beurteilung des Beitrags der Arbeitsplätze jeder Aktivität, die Zwischennutzungen enthalten, berücksichtigen die Arbeitsplätze direkt alle Arbeitsplätze einer gegebenen Aktivität j sowie alle Arbeitsplätze, die von der Aktivität unter den Direktlieferanten induziert werden. Die indirekten Arbeitsplätze berücksichtigen die Arbeitsplätze der unterstützenden Aktivitäten der direkten Arbeitsplätze (das heißt die Lieferanten zweiten Rangs, Dienstleistungen, die nicht mit dem Produktionsprozess verknüpft sind usw.).

Gemäß der oben gegebenen Definition, gibt Gl. 3 die direkten Arbeitsplätze gemäß dem neuen Mehrwert und den Arbeitsplatzfaktoren, die in Gl. 2 berechnet sind.

wobei VZAdirekt,j die direkten Arbeitsplätze in Vollzeitäquivalenten für ein gegebenes Jahr sind, AFj der Arbeitsplatzfaktor ist und MW der neue Mehrwert ist.

Um zu vermeiden, direkte und indirekte Arbeitsplätze doppelt zu zählen, wurde der Beitrag der indirekten Arbeitsplätze für alle unmittelbar mit der Energiewende verknüpften Aktivitäten (das heißt Elektrizitätsproduktion, Personentransport, Abfallaufbereitung) auf null zurückgestellt, da er gemäß Gl. (4) in der direkten Auswirkung berücksichtigt wird.

Anhand der neuen Matrix des indirekten Koeffizienten Aindir, werden die indirekten Arbeitsplätze gemäß Gl. (5) berechnet.

Datenquellen

Eine erweiterte Version der IOTs des Jahres 2008 wird hier mit den Sektoren Transport und Energieproduktion aufgegliedert und mit den Energiekonten [1] verwendet. Das Referenzjahr in PROGNOS [2] und dem Energyscope-Rechner ist jedoch 2011. Die IOTs werden zuerst gemäß einer für 2011 geschätzten IOTs-Version aktualisiert und dann mit den Zieljahren der Szenarien verglichen.

Die jährliche Wachstumsrate wurde mit der harmonisiert, die in PROGNOS vorgeschlagen wird, um mit einem Standardwert von 0,72 % pro Jahr bis 2035 und dann 0,79 % bis 2050 kohärent zu bleiben. Die Nachfrage und der Energiemix nach Sektor (Industrie, Dienstleistungen und Haushalte) stammen aus PROGNOS und berücksichtigen mehrere Energieträger. Die Daten für die Transporte sind nach Gütertransport und Personentransport sowie nach Fahrzeugtyp getrennt. Die „Biofuels“ werden als importiert angenommen, und ihr Gebrauch wird daher als Benzin berücksichtigt, und der Mehrwert in der Schweiz ist für diese Produkte ähnlich.

Die Produktivitätserhöhung von 2,3 %, 1,5 % und 0,9 % pro Jahr für die Grundstoffindustrie, den sekundären und tertiären Sektor wurde jeweils an die Arbeitsplatzfaktoren gemäß dem Durchschnitt der vergangenen 18 Jahre angewandt. Das Schweizer Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) sagt eine Stabilisierung der Wachstumsrate der Produktivität um etwa 0,9 % pro Jahr voraus. Die mittlere Erhöhung wurde daher entsprechend angepasst.

Was die Gebäude betrifft, beträgt die derzeitige Renovierungsjahresrate 0,9 % pro Jahr und dürfte zunehmen, um die Zielsetzungen für Energieeffizienz des Schweizer Energiewendeszenarios zu erreichen [3]. Die Renovierungsrate wurde als der Prozentsatz von Gebäuden vor 2011 berechnet und die in dem Zieljahr renoviert werden, im Vergleich zu einem „business as usual“-Szenario. Neubauten und Renovierungen entsprechen in den IOTs ein und derselben Bauaktivität. Gemäss den Daten des Bundesamts für Statistik (BFS) beträgt die mittlere Renovierungsinvestitionsbank unter allen Aktivitäten des Bauwesens im Laufe der vergangenen 20 Jahre im Durchschnitt 26 %. Etwa 61 % dieser Renovierungen haben als Begründung einen Gewinn an Energieeffizienz [4]. Die Arbeitsplatzverteilung in den Renovierungsaktivitäten wurde daher gemäß diesen nationalen Arbeitsplatzstatistiken des Bauwesens geschätzt.

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Referenzen

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de/employment.txt · Last modified: 2019/10/22 09:17 (external edit)